7. Rendern und Speichern für einen 3D-Drucker

In diesem Kapitel geht es darum, ein OpenSCAD-Projekt in eine 3D-druckbare Datei umzuwandeln und mit einem 3D-Drucker auszudrucken. Hier werden alle Beispiele mit einem Bambu P1S gedruckt. Andere 3D-Drucker funktionieren jedoch meist sehr ähnlich.

7.1 Grundplatte ausdrucken

In Kapitel 4.7.1 haben wir ein Brett mit Löchern erstellt. Verwenden wir dieses Teil doch als Testobjekt. Damit der Code hier nicht zu viel Platz benötigt, wurde er etwas zusammengeschoben.

$fn=60; // Auflösung von Kreisen

translate([10,10,0]) {
  difference() {
    color("burlywood") cube([40,80,5]);
    translate([6,6,-0.1]) linear_extrude(6) circle(3);
    translate([40-6,6,-0.1]) linear_extrude(6) circle(3);
    translate([6,80-6,-0.1]) linear_extrude(6) circle(3);
    translate([40-6,80-6,-0.1]) linear_extrude(6) circle(3);
  }
}

Neben dem „Vorschau (F5)“-Button finden wir den „Rendern (F6)“-Button.

druckansicht

Je nach Komplexität des 3D-Objekts dauert das Rendern nur ganz kurz oder eben auch 10, 20, 30 oder mehr Sekunden. Am Ende des Renderns ertönt ein „Kling“, und das 3D-Objekt wird gelb dargestellt.

druckansicht

Der Button daneben „STL exportieren (F7)“ öffnet den Speichern-Dialog, um das Zielverzeichnis und den Namen der STL-Datei zu wählen. Diese Datei müssen wir anschließend in Bambu Studio laden.

druckansicht

Was ist eine STL-Datei? Hier ein kleiner Ausschnitt aus Wikipedia, den man nicht unbedingt verstehen muss …

STL ist ein Dateiformat, das viele CAD-Systeme lesen und schreiben können. Das Format wurde 1988 von 3D Systems für ihre Stereolithographie-Software eingeführt. Mit Dateien im STL-Format werden Netzkoordinaten dreidimensionaler Datenmodelle für die Fertigung mittels additiver Fertigungsverfahren/3D-Druck oder Rapid-Prototyping-Anlagen bereitgestellt.

Auf dem PC habe ich auch das Programm „Bambu Studio“ (die Software zum 3D-Drucker) gestartet.

Dort öffne ich ein neues Projekt und lade meine STL-Datei über „Datei → Importieren → 3MF/STL/STEP importieren …“ von der Festplatte.

druckansicht

Die Datei „Lernen_7_1_Brett.stl“ wird mittig auf das Druckbett geladen und kann dort beliebig verschoben werden.

druckansicht

Nun braucht man in der Bambu-Software nur noch „Druckplatte slicen“ zu wählen und anschließend „Druckplatte drucken“. Den Rest übernimmt dann der 3D-Drucker.

Soweit ganz einfach und schnell!!

7.2 Ring rendern und anschliessend drehen

Schauen wir uns ein Projekt an, das ein kleines Problem birgt. Der Ring, den wir hier erstellt haben, liegt nicht flach, sondern steht aufrecht.

$fn=60; // Auflösung von Kreisen

difference() {
  translate([0,0,0])
    rotate([0,90,0,])
      linear_extrude(6)
        circle(15);
  translate([-0.1,0,0])
    rotate([0,90,0,])
      linear_extrude(6.2)
        circle(12);
}

druckansicht

Nach dem Rendern (F6) und dem Speichern als STL-Datei (F7) importieren wir den Ring in den 3D-Drucker.

Da der Ring nicht allzu groß ist, kann der Drucker ihn ohne Stützstruktur drucken. Am Boden wird jedoch eine „Sicherungsplatte“ mitgedruckt, die dem Ring während des Druckens Halt gibt.

druckansicht

Wir können den Ring aber auch vorher um 90 Grad drehen. Nach einem Klick bei Nummer 1 öffnen die „Weltkoordinaten“, und wir können bei Y (2) 90 Grad eingeben.

druckansicht

Nun liegt der Ring flach auf dem Druckbett, und der Drucker benötigt keine Hilfsstruktur.druckansicht

7.3 Problemteil

Hier ein „Problem“, das eigentlich keines ist:

$fn=60; // Auflösung von Kreisen
  difference() {
    union() {
      cube([100,50,2]);
      translate([16,16,-1])
        linear_extrude(3)
          circle(15);
    }
    translate([16,16,-1.1])
      linear_extrude(3.2)
        circle(12);
  }
}

druckansicht

…Beim Laden der STL-Datei in den 3D-Drucker und beim Slicen erscheint folgende Meldung:

Warnung:
Es scheint, dass das Objekt Lernen_7_1_kippen.stl einen „fliegenden Träger“ hat. Bitte richten Sie das Objekt neu aus oder aktivieren Sie die Stützgenerierung.

druckansicht

Bevor wir die Stützgenerierung aktivieren, sollten wir das Objekt zunächst von allen Seiten betrachten.

druckansicht

In der OpenSCAD-Ansicht sieht man – ebenso wie in Bambu – von unten einen Überstand des Ringes. Nur liegt dieser Ring auf dem Druckbett, während die Platte 1 mm über dem Druckbett schwebt. Da nützt auch eine Stützgenerierung wenig.

Viel einfacher ist es, das Teil in Bambu „auf den Rücken“ zu drehen:

1. „Drehen“ wählen

druckansicht

Nun kann ohne „Warnung“ gesliced werden.

druckansicht

7.4 Nur kippen

Es kann auch vorkommen, dass ein Teil nicht sauber flach „auf dem Rücken“ liegt.

Das Beispiel wurde in OpenSCAD absichtlich leicht gedreht. Wenn wir es in den Drucker laden und slicen, erscheint wieder die Warnung!

Da wir uns nicht mehr sicher sind, um wie viele Grad das Teil gekippt werden sollte, gibt es die Funktion „Automatische Orientierung“.

druckansicht

Das Teil richtet sich nun automatisch korrekt auf der Druckplatte aus.